Archive für Juli 2011

Demografie wirkt wie einst die Pest

Wer im 14. Jahrhundert die Pest überstanden hatte, profitierte auch wirtschaftlich. Denn: Der starke Bevölkerungsrückgang führte zu stark steigenden Löhnen. Diesen Vergleich zog Prof. Dr. Joachim Möller, Leiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, bei dem “21. Bayerisch-Sächsischen Unternehmertagen” auf Kloster Banz. Gleichermaßen führte der ‘Schwarz Tod’, der zwischen 1347 und 1353 ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinraffte, zu einer anschließend deutlich erhöhten Arbeitsproduktivität: In der Landwirtschaft waren einfach nicht mehr genug Arbeitskräfte da, um alle Böden zu bestellen. So wurden die schwachen Böden aufgegeben und nur noch die besonders fruchtbaren Böden bestellt.

Der Vergleich zwischen unserer alternden und schrumpfenden Gesellschaft und der großen Pandemie “Pest” macht es besonders deutlich: Der demografische Wandel wird als Preistreiber und Lohntreiber wirken und er wird unrentable Wirtschaftsbereiche ausbluten lassen. Um in diesem neuen Wettbewerb um Fachkräfte zu gewinnen, brauche wir Geld und Sympathie. Geld brauchen wir, weil absehbar ist, dass die Löhne mit zunehmender Qualifikation der Mitarbeiter überproportional steigen werden - die wenigen Guten werden einfach noch teurer. Wie Unternehmen dazu auch die Sympathie kriegen, zeigt Siemens als Unterstützer des Projekts “Kleine Forscher”: Da werden die ganz Kleinen in den Kindertagesstätten an einfache naturwissenschaftliche Experimente herangeführt, lernen beispielsweise, unter welchen Umständen Wasser auch bergauf fließt. Die Idee, die hinter der Stiftung “Haus der kleinen Forscher” steht, ist die Förderung und Rekrutierung der künftigen Ingenieure. Übernehmen wir die gute Idee, gehen in die Kitas und Kindergärten und fördern die “kleinen Handwerker”.

Autor: Fritz Gempel

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