Archive für Januar 2011

Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelkontrolle

Sicherheit und Produktionsstrukturen

Sicherheit und Kontrolle von Lebensmitteln hängen stark mit den Strukturen in der Produktion auf allen Ebenen zusammen: Ein immer höheres Maß an Arbeitsteilung schafft zwangsläufig ein höheres Maß an Verantwortungsteilung. Mit zunehmender Arbeitsteilung muss also auch die Kontrolle intensiviert werden. Dezentrale (hier besonders regionale) Vermarktungsstrukturen sind leichter zu kontrollieren und bieten generell geringere Risiken. Zwar können auch hier Fehler auftreten, diese Fehler bleiben aber in ihren Auswirkungen begrenzt

Institutionalisierung und personalisierte Sicherheit

Lebensmittelsicherheit entsteht vor allem durch verantwortungsbewusst arbeitende Menschen. Mehr persönliche Verantwortung - die vor allem in inhabergeführten Betrieben des Lebensmittelhandwerks und in der bäuerlichen Landwirtschaft erkennbar wird - ist eines der wirkungsvollsten Sicherungssysteme in kleingliedrigen Strukturen.

Reale Kontrolle und “Kontrolle der Kontrolle”

Wir verlassen uns zu sehr auf institutionalisierte Sicherungssysteme. In den vergangenen Jahren hat die Lebensmittelüberwachung einen Rückzug auf die “Kontrolle der Kontrolle” angetreten: Die Betriebe werden in stärkerem Maße zu Eigenkontrollen und Dokumentationen verpflichtet.. Die Kontrolleure prüfen zu sehr diese Dokumentationen und zu wenig die realen Betriebe.

Neue Möglichkeiten des Datenzugriffs

Überall dort, wo große Risiken gegeben sind, besteht für Kontrolleure ständiger Datenzugriff auf Waren- und Personenbewegungen. Die heute im industriellen Bereich üblicherweise eingesetzte integrierte Unternehmenssoftware ermöglicht diesen Datenzugriff für die Kontrolleure. Weiterhin könnte diese Möglichkeit auch den Verbrauchern gegeben werden - so könnte ein auf das Produkt bezogener Code dem Endkonsumenten ermöglichen, die Chargen seines Lebensmittels bis zum Bauernhof zurückzuverfolgen

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