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- 14.2.2012: Tierschutz – das neue „Bio“
- 13.1.2012: Information oder Spekulation
- 19.10.2011: Machen wir es wie die IG Metall!
- 8.8.2011: Arbeit fressen Seele auf
- 5.7.2011: Demografie wirkt wie einst die Pest
- 31.5.2011: Kaufen Sie ein Elektroauto!
- 18.5.2011: Begeistern wie John F. Kennedy
- 5.5.2011: Gemeinschaftsschule schafft bessere Lehrlinge
- 29.3.2011: Sushi mit ganz kleinem Restrisiko
- 11.2.2011: Blöde Bionade-Kunden
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Archiv der Kategorie Sonstiges
Machen wir es wie die IG Metall!
19.10.2011 von Fritz Gempel.
Die IG Metall wächst wieder! Die „Welt am Sonntag“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 9. Oktober 2011, dass sogar junge Frauen der Gewerkschaft beitreten. Dabei waren Gewerkschaften insgesamt, und die IG Metall im Besonderen, doch schon als irgendwie vorgestrig abgeschrieben. Niemand wollte mehr in verrauchten Hinterzimmern schnauzbärtige Funktionäre über Klassenkampf hören.
Ich widme diese kleine Geschichte den Unternehmerinnen und Unternehmern im Fleischerhandwerk, denen es Sorge macht, in einer stetig schrumpfenden Branche zu leben und zu arbeiten. Denn: Seit Jahrzehnten reduziert sich die Zahl der Fleischerfachgeschäfte in Deutschland etwa alle 15 Jahre um die Hälfte. Wir sollten es deshalb machen wie die IG Metall.
Die Gewerkschaftler hatten sich gefragt: 1. Was von dem, was uns schon immer wichtig war, ist heute modern? 2. Wie müssen wir es verpacken, dass es auch modern aussieht? Das Ergebnis war ein Abschneiden von alten sozialistischen Zöpfen und eine neue Werbekampagne, die sich an den Wünschen und Sorgen von jungen Menschen orientiert: www.operationuebernahme.de.
Wenn wir die Modernisierung der IG Metall auf das Fleischerhandwerk übertragen, dann kommt für die einzelnen Betriebe beispielsweise heraus, dass vieles im Handwerk topmodern ist: Die persönliche Verantwortung des Meisters, die Beziehung zum Bauern oder das Prinzip „aus der Region, für die Region“ etwa. Diese handwerklichen Werte leben wir dann in modernen Geschäften, in denen es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Spaß macht, zu arbeiten. Denn: Wo das Arbeiten Spaß macht, kauft man auch gerne ein.
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Demografie wirkt wie einst die Pest
5.7.2011 von Fritz Gempel.
Wer im 14. Jahrhundert die Pest überstanden hatte, profitierte auch wirtschaftlich. Denn: Der starke Bevölkerungsrückgang führte zu stark steigenden Löhnen. Diesen Vergleich zog Prof. Dr. Joachim Möller, Leiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, bei dem “21. Bayerisch-Sächsischen Unternehmertagen” auf Kloster Banz. Gleichermaßen führte der ‘Schwarz Tod’, der zwischen 1347 und 1353 ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinraffte, zu einer anschließend deutlich erhöhten Arbeitsproduktivität: In der Landwirtschaft waren einfach nicht mehr genug Arbeitskräfte da, um alle Böden zu bestellen. So wurden die schwachen Böden aufgegeben und nur noch die besonders fruchtbaren Böden bestellt.
Der Vergleich zwischen unserer alternden und schrumpfenden Gesellschaft und der großen Pandemie “Pest” macht es besonders deutlich: Der demografische Wandel wird als Preistreiber und Lohntreiber wirken und er wird unrentable Wirtschaftsbereiche ausbluten lassen. Um in diesem neuen Wettbewerb um Fachkräfte zu gewinnen, brauche wir Geld und Sympathie. Geld brauchen wir, weil absehbar ist, dass die Löhne mit zunehmender Qualifikation der Mitarbeiter überproportional steigen werden - die wenigen Guten werden einfach noch teurer. Wie Unternehmen dazu auch die Sympathie kriegen, zeigt Siemens als Unterstützer des Projekts “Kleine Forscher”: Da werden die ganz Kleinen in den Kindertagesstätten an einfache naturwissenschaftliche Experimente herangeführt, lernen beispielsweise, unter welchen Umständen Wasser auch bergauf fließt. Die Idee, die hinter der Stiftung “Haus der kleinen Forscher” steht, ist die Förderung und Rekrutierung der künftigen Ingenieure. Übernehmen wir die gute Idee, gehen in die Kitas und Kindergärten und fördern die “kleinen Handwerker”.
Autor: Fritz Gempel
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Kaufen Sie ein Elektroauto!
31.5.2011 von Fritz Gempel.
Der beste Marketingtipp heißt jetzt “Kaufen Sie ein Elektroauto für Ihr Unternehmen!” Mit einer auffälligen Fahrzeugbeschriftung versehen, nutzen Sie das E-Mobil für kleinere Lieferfahrten und parken es ansonsten demonstrativ möglichst nah am Ladeneingang. Vielleicht werden Sie auch bald eine Münztankstelle für die E-Bikes und E-Autos Ihrer Kunden einrichten. Die Verweildauer dieser Kunden in Ihrem Ladengeschäft wird sprunghaft ansteigen, denn das Tanken eines E-Fahrzeugs dauert!
Sie können nun einmal so handeln, weil Sie Öko-Überzeugungstäter sind. Sie können auch so handeln, weil Sie erkannt haben, dass Ökologie zentral wird, dass jedes Geschäft künftig nur noch funktioniert, wenn es für die Natur, Klima und nachfolgende Generationen verträglich ist. Sie können aber auch so handeln, weil Sie teueres Benzin und teuere KFZ-Steuern sparen wollen . Es ist aber auch nicht unanständig so handeln, weil Sie damit Marketing für Ihr Geschäft betreiben.
Die enorme Öffentlichkeitswirkung, die derzeit mit einem Elektroauto erreicht werden kann, rechnet schon den Mehrpreis in der Anschaffung. Aber das Elektroauto ist hier nur ein Symbol für eine größere Entwicklung. Deutschland hat längst angefangen, aus dem weltweit besten aller Wirtschaftssysteme, der sozialen Marktwirtschaft, eine Ökologische Soziale Marktwirtschaft zu machen. Wir werden - aus Vernunft oder aus der Not heraus - Ressourcen stärker besteuern und Arbeit dafür weniger: Alle Produkte aus den knapper werdenden Bodenschätzen werden teuerer werden müssen, die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer auf ökologisch schädliche Produkte werden steigen.
Die Preise werden künftig stärker die ökologische Wahrheit sagen müssen. Das ist gut für uns alle. Denn das heißt, dass wir uns Produkte, die wir uns ökologisch leisten können, auch ökonomisch bezahlen können! Handwerkliche Erzeugnisse, die heute vor allem teuer sind, weil sie arbeitsintensiv hergestellt werden, werden dadurch günstiger. Alles, was viele Rohstoffe und viel Energie verbraucht und weit gefahren werden muss, wird dadurch teuerer. Wir haben drei Möglichkeiten, dieser Entwicklung zu begegnen:
1. Wir schauen zu, bleiben passiv, lassen die Sache mal auf uns zukommen.
2. Wir schimpfen auf diese Entwicklung - etwa so wie der letzte Deutsche Kaiser vor gut 100 Jahre, als er sagt: “Ich bin überzeugt, dass das Automobil eine vorübergehende Entwicklung ist. Die Zukunft gehört dem Pferd!”
3. Wir zeigen als Vorturner des ökologischen Wandels, dass wir selbst Teil der Moderne, Teil der Zukunft sind!
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Gemeinschaftsschule schafft bessere Lehrlinge
5.5.2011 von Fritz Gempel.
Schulkinder werden früh getrennt in solche, die Abitur machen sollen und solche, die übrig bleiben dürfen. Die übrig gebliebenen sitzen dann in der Hauptschule, auch Restschule genannt. Dort, so sagte es der baden-württembergische Handwerkspräsident Joachim Möhrle am 04. Mai 2011 in der Tageszeitung ‘taz’ “leidet die Lernatmosphäre und das Anspruchsniveau erheblich”. Um das “Ausbluten der Hauptschule” zu verhindern und die Zahl der “Risikoschüler” zu reduzieren, fordert Möhrle “eine gemeinsame Basisschule für alle Kinder bis zur neunten Klasse”.
Das ist für die Gesellschaft und für das Handwerk eine gute und richtige Forderung. Längeres gemeinsames Lernen fordert und fördert gerade die schwächeren Schüler. Frühzeitige Elitenbildung unter neun- oder zehnjährigen Kindern lässt die, die nicht zur Noten-Elite gehören, noch schneller abrutschen. Die Gemeinschaftsschule fördert die Gemeinschaft der Schüler und verhindert unerwünschte soziale Klassenbildung. Mehr Gemeinschaftsschulen reduzieren die Unterschichtenprobleme und stärken den Mittelstand. Vor allem aber kriegen wir so bessere Lehrlinge - und die brauchen wir mehr denn je!
Autor: Fritz Gempel
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Sushi mit ganz kleinem Restrisiko
29.3.2011 von Fritz Gempel.
Wildschweinfleisch aus Süddeutschland ist häufig radioaktiv belastet. Nicht wegen Fukushima 2011, sondern wegen Tschernobyl 1986. Und die Strahlenbelastung des Meerwassers vor Japan liegt 10-millionenfach über dem Grenzwert. Aber nein: Tags drauf wurde die Meldung als Fehler bezeichnet, die Strahlenbelastung betrage nur das 100.000-fache des Grenzwerts. Na, dann ist noch mal alles gut gegangen. Dann hat Sushi doch nur ein ganz kleines Restrisiko. Für wir blöd hält man uns eigentlich?
Der Mensch berechnet “größte anzunehmende Unfälle”, doch die Unfälle kommen dann doch noch schlimmer als schlimmstmöglich anzunehmen war. Die Atomkraft-Befürworter von gestern lernen heute die neue Botschaft: Raus aus nicht kalkulierbaren Risiken! Raus aus den Hochrisiko-Technologien! Raus aus der Atomkraft! Und vorausschauend kann man diesem Appell hinzufügen: Raus aus der Gentechnologie, denn wir wollen die größtmöglichen Unfälle hier gar nicht erst abwarten.
Die Zukunft der Energiewirtschaft wie der Nahrungsmittelwirtschaft hat einen gemeinsamen Nenner und der heißt: Regionalisierung und Personalisierung. Wo in regionalen Kreisläufen Lebensmittel produziert werden oder Energie gewonnen wird, werden auch Risiken minimiert. Und in regionalen Kreisläufen gilt stärker als in den arbeitsteiligen globalen Märkten das Prinzip der persönlichen Verantwortung von mittelständischen Unternehmen - egal, ob Sie nun Fleisch oder Energie produzieren.
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