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Information oder Spekulation

„Ich arbeite so viel und verdiene nur so wenig. Finden Sie das gerecht?“ – die Frage nach der Gehaltsgerechtigkeit ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Unternehmen ein vorrangiges Anliegen. Die ersten Alarmsignale für ein als ungerecht empfundenes Gehalt sind oft ironisch klingende Anmerkungen, wie „Tja, Abteilungsleiter müsste man sein, dann würde das Gehalt schon reichen zum Leben“. Wird an der Situation nichts geändert, entlädt sich die Unzufriedenheit durch Türenschlagen oder unsachgerechten Umgang mit Maschinen und Anlagen. Die Anfangssymptome der schweren Krankheit „innere Kündigung“ sind erkennbar.

Aber was ist zu tun. Geld im Sinne einer Gehaltserhöhung wäre die einfachste Möglichkeit – aber die Wirkung von Geld zur Motivation verpufft schnell. In den meisten Unternehmen ist es auch unmöglich, Gehaltsunzufriedenheit stets mit Gehaltserhöhungen zu beantworten. Der wichtigste Grundsatz an dieser Stelle lautet: Das Unternehmen zahlt immer – entweder für ein als ungerecht oder für ein als gerecht empfundenes Gehalt. Unzufriedenheit ist dabei generell die Differenz zwischen Erwartetem und Erreichtem. Das Erwartete kann durch Information gesteuert werden. Mitarbeiter, die wissen, wie es wirtschaftlich um das Unternehmen steht, bringen seltener unvernünftige Gehaltsforderungen. Auch das Modell des transparenten Unternehmens, in dem die Mitarbeiter für gleiche Leistung gleich bezahlt werden und über sachlich gerechtfertigte Gehaltsunterschiede Bescheid wissen, vermeidet Spannungen.

Damit lautet die unternehmerische Entscheidung: Entweder das Unternehmen gibt Information oder es fördert die Spekulation. Informationen können gezielt gegeben und gesteuert werden – Spekulationen „schießen ins Kraut“: Da wird dann vom Kaufpreis der Chef-Limousine auf den möglichen Gewinn geschlossen oder generell die „Millionärs-Vermutung“ gegenüber der Inhaberfamilie geäußert. Wer einmal die Entscheidung für Information und gegen Spekulation getroffen hat, kann den zweiten Schritt gleich anschließen: Die betriebliche Zielvereinbarung, bei der im Falle des Erreichens von Umsatz-, Gewinn- oder Kostenzielen eine Prämie für die Mitarbeiter/innen fällig wird. Dieser Deal hat ein einfaches Strickmuster – die Einladung lautet: „Jeder, der mir hilft, einen Euro mehr zu verdienen, darf 50 Cent davon behalten.“

Gerne beschreibe ich Ihnen, wie Mitarbeitermotivation, und -information sowie die Zielvereinbarung in Ihrem Unternehmen funktionieren können.

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Machen wir es wie die IG Metall!

Die IG Metall wächst wieder! Die „Welt am Sonntag“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 9. Oktober 2011, dass sogar junge Frauen der Gewerkschaft beitreten. Dabei waren Gewerkschaften insgesamt, und die IG Metall im Besonderen, doch schon als irgendwie vorgestrig abgeschrieben. Niemand wollte mehr in verrauchten Hinterzimmern schnauzbärtige Funktionäre über Klassenkampf hören.

           

Ich widme diese kleine Geschichte den Unternehmerinnen und Unternehmern im Fleischerhandwerk, denen es Sorge macht, in einer stetig schrumpfenden Branche zu leben und zu arbeiten. Denn: Seit Jahrzehnten reduziert sich die Zahl der Fleischerfachgeschäfte in Deutschland etwa alle 15 Jahre um die Hälfte. Wir sollten es deshalb machen wie die IG Metall.

 

Die Gewerkschaftler hatten sich gefragt: 1. Was von dem, was uns schon immer wichtig war, ist heute modern? 2. Wie müssen wir es verpacken, dass es auch modern aussieht? Das Ergebnis war ein Abschneiden von alten sozialistischen Zöpfen und eine neue Werbekampagne, die sich an den Wünschen und Sorgen von jungen Menschen orientiert: www.operationuebernahme.de.

 

Wenn wir die Modernisierung der IG Metall auf das Fleischerhandwerk übertragen, dann kommt für die einzelnen Betriebe beispielsweise heraus, dass vieles im Handwerk topmodern ist: Die persönliche Verantwortung des Meisters, die Beziehung zum Bauern oder das Prinzip „aus der Region, für die Region“ etwa. Diese handwerklichen Werte leben wir dann in modernen Geschäften, in denen es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Spaß macht, zu arbeiten. Denn: Wo das Arbeiten Spaß macht, kauft man auch gerne ein.

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Arbeit fressen Seele auf

Die Fehlzeiten von Beschäftigten wegen seelischer Erkrankungen haben seit 1994 um mehr als 80% zugenommen. Das hat das wissenschaftliche Institut der AOK ermittelt. Der Leipziger Arbeitsmediziner Dr. René Toussaint bestätigt das und stellt vor allem einen überproportionalen Anstieg der Arbeitsunfähigkeits-Tage im Bereich der psychischen Erkrankungen bei sehr jungen Menschen fest. Under der “Spiegel” erklärt im Titelthema (Ausgabe 30/2011) wie die Gründe dafür im Arbeitsalltag aussehen: “73 Sekunden für einen Türgriff, 73 Sekunden für eine vordere Stoßstange”. Der dabei befragte Mercedes-Monteur in Sindelfingen erläutert: “Das Schlimme dabei ist gar nicht mal der Takt,, das Schlimme ist die Entmündigung.”

Ein Zusammenhang wird immer deutlicher: Ein gutes Klima am Arbeitsplatz ist die beste Vorsorge gegen vermeidbare Arbeitsunfähigkeitstage. Oder mit einem Zitat aus der amerikanischen BOEING-Studie gesagt: “Arbeitsplatzunzufriedenheit ist der wichtigste Vorhersagefaktor für Rückenschmerzen”.

Den oben zitiert Experten, Dr. René Toussaint, Leiter des Instituts für Ergonomie und Arbeitstraining, Leipzig, können Sie in wenigen Wochen live hören und erleben. Er ist einer der elf renommierten Experten, die beim Branchenevent TRENDSALON HANDEL auftreten. Info und Anmeldung unter: www.trendsalon-handel.de  

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Demografie wirkt wie einst die Pest

Wer im 14. Jahrhundert die Pest überstanden hatte, profitierte auch wirtschaftlich. Denn: Der starke Bevölkerungsrückgang führte zu stark steigenden Löhnen. Diesen Vergleich zog Prof. Dr. Joachim Möller, Leiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, bei dem “21. Bayerisch-Sächsischen Unternehmertagen” auf Kloster Banz. Gleichermaßen führte der ‘Schwarz Tod’, der zwischen 1347 und 1353 ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahinraffte, zu einer anschließend deutlich erhöhten Arbeitsproduktivität: In der Landwirtschaft waren einfach nicht mehr genug Arbeitskräfte da, um alle Böden zu bestellen. So wurden die schwachen Böden aufgegeben und nur noch die besonders fruchtbaren Böden bestellt.

Der Vergleich zwischen unserer alternden und schrumpfenden Gesellschaft und der großen Pandemie “Pest” macht es besonders deutlich: Der demografische Wandel wird als Preistreiber und Lohntreiber wirken und er wird unrentable Wirtschaftsbereiche ausbluten lassen. Um in diesem neuen Wettbewerb um Fachkräfte zu gewinnen, brauche wir Geld und Sympathie. Geld brauchen wir, weil absehbar ist, dass die Löhne mit zunehmender Qualifikation der Mitarbeiter überproportional steigen werden - die wenigen Guten werden einfach noch teurer. Wie Unternehmen dazu auch die Sympathie kriegen, zeigt Siemens als Unterstützer des Projekts “Kleine Forscher”: Da werden die ganz Kleinen in den Kindertagesstätten an einfache naturwissenschaftliche Experimente herangeführt, lernen beispielsweise, unter welchen Umständen Wasser auch bergauf fließt. Die Idee, die hinter der Stiftung “Haus der kleinen Forscher” steht, ist die Förderung und Rekrutierung der künftigen Ingenieure. Übernehmen wir die gute Idee, gehen in die Kitas und Kindergärten und fördern die “kleinen Handwerker”.

Autor: Fritz Gempel

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Kaufen Sie ein Elektroauto!

Der beste Marketingtipp heißt jetzt “Kaufen Sie ein Elektroauto für Ihr Unternehmen!” Mit einer auffälligen Fahrzeugbeschriftung versehen, nutzen Sie das E-Mobil für kleinere Lieferfahrten und parken es ansonsten demonstrativ möglichst nah am Ladeneingang. Vielleicht werden Sie auch bald eine Münztankstelle für die E-Bikes und E-Autos Ihrer Kunden einrichten. Die Verweildauer dieser Kunden in Ihrem Ladengeschäft wird sprunghaft ansteigen, denn das Tanken eines E-Fahrzeugs dauert!

Sie können nun einmal so handeln, weil Sie Öko-Überzeugungstäter sind. Sie können auch so handeln, weil Sie erkannt haben, dass Ökologie zentral wird, dass jedes Geschäft künftig nur noch funktioniert, wenn es für die Natur, Klima und nachfolgende Generationen verträglich ist. Sie können aber auch so handeln, weil Sie teueres Benzin und teuere KFZ-Steuern sparen wollen . Es ist aber auch nicht unanständig so handeln, weil Sie damit Marketing für Ihr Geschäft betreiben.

Die enorme Öffentlichkeitswirkung, die derzeit mit einem Elektroauto erreicht werden kann, rechnet schon den Mehrpreis in der Anschaffung. Aber das Elektroauto ist hier nur ein Symbol für eine größere Entwicklung. Deutschland hat längst angefangen, aus dem weltweit besten aller Wirtschaftssysteme, der sozialen Marktwirtschaft, eine Ökologische Soziale Marktwirtschaft zu machen. Wir werden - aus Vernunft oder aus der Not heraus - Ressourcen stärker besteuern und Arbeit dafür weniger: Alle Produkte aus den knapper werdenden Bodenschätzen werden teuerer werden müssen, die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer auf ökologisch schädliche Produkte werden steigen.

Die Preise werden künftig stärker die ökologische Wahrheit sagen müssen. Das ist gut für uns alle. Denn das heißt, dass wir uns Produkte, die wir uns ökologisch leisten können, auch ökonomisch bezahlen können! Handwerkliche Erzeugnisse, die heute vor allem teuer sind, weil sie arbeitsintensiv hergestellt werden, werden dadurch günstiger. Alles, was viele Rohstoffe und viel Energie verbraucht und weit gefahren werden muss, wird dadurch teuerer. Wir haben drei Möglichkeiten, dieser Entwicklung zu begegnen:

1. Wir schauen zu, bleiben passiv, lassen die Sache mal auf uns zukommen.

2. Wir schimpfen auf diese Entwicklung - etwa so wie der letzte Deutsche Kaiser vor gut 100 Jahre, als er sagt: “Ich bin überzeugt, dass das Automobil eine vorübergehende Entwicklung ist. Die Zukunft gehört dem Pferd!”

3. Wir zeigen als Vorturner des ökologischen Wandels, dass wir selbst Teil der Moderne, Teil der Zukunft sind!